Leopold Radlmair – Wikipedia

Leopold Freiherr von Radlmair (* 7. August 1899 in Linz; † 6. November 1967 in Eferding) war ein österreichischer Politiker und Gründungsmitglied der ÖVP, Landessekretär des ÖAAB Vizepräsident der Oberösterreichischen Arbeiterkammer und Landtagsabgeordneter.

Leopold Freiherr von Radlmair wurde am 7. August 1899 in der Betleheimstraße 35 in Linz als drittes von neun Kindern der Eltern Leopold und Anna (geb. Murauer) geboren. Nach der Grundschule erlernte er in der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft den Beruf des Modelbautischlers. 1916 wurde er zur k.u.k. Verkehrstruppenbrigade in das 3. Bataillon in Korneuburg einberufen. Leopold Radlmair heiratete am 12. November 1923 Elisabeth Huemer in Eferding. Aus dieser Ehe gingen sieben Kinder hervor. Am Pfingstmontag im Jahr 1962 starb seine Frau Elisabeth. Mit seinem 65. Geburtstag beendete er sein Arbeitsleben und ging im Jahre 1964 in den Ruhestand, den er aber nur bis zu seinem Tod am 6. November 1967 genießen konnte.

Nach seiner Entlassung aus der Armee kehrte Leopold Freiherr von Radlmair in die Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft zurück wo er sich gewerkschaftspolitisch betätigte und seinen Grundstein für die politische Karriere legte. Er war ab 1931 Sekretär “des Verbandes christlicher Bau- und Steinarbeiter Österreichs”[1] ab 1933 Sekretär “der Landeskommission der christlichen Gewerkschaften Oberösterreichs”[2], 1936 Fachsekretär in der “Gewerkschaft der Arbeiter in den Holzverarbeitenden Industrie und in den Holzverarbeitenden Gewerben”[3] und 1937 Kartellsekretär des Gewerkschaftsbundes der österreichischen Arbeiter und Angestellten[4]. 1939 wurde er zur deutschen Wehrmacht einberufen und wurde in den letzten Kriegsmonaten in der Conrad-Kaserne in Linz dienstverwendet. Leopold Radlmair war als ÖVP-Funktionär als Gründungsmitglied verfügbar und wurde somit in der XI. Legislaturperiode am 13. Februar 1945 Landtagsabgeordneter in Oberösterreich. Er übte dieses Amt sowie das Amt als Vizebürgermeister in Eferding bis zum 4. November 1949 aus. Als solcher verwendete er sich für die Wiederherstellung des Bezirkes Eferding sowie der Gemeindegrenzen von Eferding. Von 1946 bis 1964 war er Landessekretär des Arbeiter und Angestelltenbundes Oberösterreich und Mitglied des ÖAAB Bundesvorstandes. Zum Ende seines politischen Lebens wurde er von 1951 bis 1964 Vizepräsident der Oberösterreichischen Arbeiterkammer. Für seine politische Tätigkeit und für sein soziales Engagement wurde Leopold Radlmair 1964 mit dem Komturkreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Familienwappen der Freiherrn von Radlmayr aus dem Jahre 1578.

Die Adelsfamilie der Rädelmayr (auch geschrieben Radlmayr oder Radlmair)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Adelsfamilie der Freiherrn von Rädelmayr werden im deutschen Raum erstmals 1566 urkundlich erwähnt. In Salzburg führte Georg Freiherr von Rädelmayr gegen den Erzbischof von Salzburg Johann Jakob Kuen von Belasy einen Rechtsstreit wegen proscriptionis[5] (Ächtung).

Am 9. Mai 1578 wurde Freiherr Johannes von Radlmayr ein Zögling des Georgianums zu Ingolstadt zum Propst von Reichersberg ernannt. Sein Nachfolger wurde am 16. Oktober 1581 sein Neffe Freiherr Thomas von Radlmayr[6].

Johann Christoph Freiherr von Radlmayer als Verwalter des Stiftes Berchtesgaden erlangte 1690 seine Bekanntheit im Prozess in Krems[7] gegen den Johann Ferdinand Graf von Enckevoirth welcher sich über sechs Jahre zog.

  • Harry Slapnicka: Oberösterreich – Die politische Führungsschicht ab 1945 (= Beiträge zur Zeitgeschichte Oberösterreichs). Linz 1989.
  1. Amtliches Linzer Adreßbuch: Amtliches Linzer Adreßbuch 1931. 1931, abgerufen am 26. Dezember 2021. 
  2. Amtliches Linzer Adreßbuch: Amtliches Linzer Adreßbuch 1933. 1933, abgerufen am 26. Dezember 2021. 
  3. Amtliches Linzer Adreßbuch: Amtliches Linzer Adreßbuch 1936. 1936, abgerufen am 26. Dezember 2021. 
  4. Schaffende Bürger Österreichs in Wort und Bild. Selbstverl. d. “Österr. Kinderrettung”, Wien 1937 (landesbibliothek.at [abgerufen am 26. Dezember 2021]). 
  5. AT-OeStA/HHStA RHR Judicialia miscellanea 69-04 Rädelmayr, Georg, gegen Salzburg, Erzbischof, wegen proscriptionis, 1566 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File)). Abgerufen am 1. Januar 2022. 
  6. Geschichte des regulirten lateranensischen Chorherrenstiftes des heiligen Augustin zu Reichersberg in Oberösterreich. Feichtinger, Linz 1857 (landesbibliothek.at [abgerufen am 1. Januar 2022]). 
  7. AT-OeStA/HHStA SB HA Grafenegg Akten 107-3 Prozess von Johann Ferdinand Graf von Enckevoirth gegen Johann Christoph Radlmayer, Verwalter des Stiftes Berchtesgaden in Krems, 1690-1696 ). Abgerufen am 1. Januar 2022.