Lang lebe Ned Devine! – Wikipedia

Lang lebe Ned Devine! ist eine britisch-irische Filmkomödie aus dem Jahr 1998, in der ein kleines irisches Dorf das Weiterleben eines verstorbenen Lottogewinners vortäuscht, um den Gewinn nicht verfallen zu lassen.

In dem irischen 52-Einwohner-Dorf Tullymore (Tulaigh Mhór) wird der Jackpot im wöchentlichen Lotto gewonnen. Neugierig machen sich die beiden alten Freunde Jackie O’Shea und Michael O’Sullivan zusammen mit Jackies Frau Annie daran, den Gewinner zu ermitteln, und finden schließlich den alten, in einer abgelegenen Kate wohnenden Fischer Ned Devine tot vor seinem noch laufenden Fernseher, den Gewinnschein in der Hand – offensichtlich bei der Ziehung vor Schreck gestorben. Da es bereits spät in der Nacht ist, beschließen Jackie und Annie, Neds Tod erst am folgenden Tag im Dorf zu melden.

In der Nacht jedoch hat Jackie einen Traum, in dem Ned ihm erzählt, was für ein Fest er für alle Dorfbewohner von seinem Gewinn veranstaltet hätte. Von diesem Traum inspiriert, beschließen Jackie und Michael gegen Annies Willen, Neds Tod zunächst geheim zu halten und den Lottogewinn – der verfallen würde, da Ned keine Erben hat – an Stelle von Ned Devine zu kassieren.

Ein Sturm hat in der vorangegangenen Nacht die Telefonleitungen zum Dorf unterbrochen, als einzige Verbindung zur Außenwelt bleibt eine Telefonzelle auf einer Klippe in der Nähe. Von dort aus melden Jackie und Michael ihren Gewinnanspruch an und proben anschließend beim Baden im Meer das bevorstehende Gespräch mit dem Vertreter der Lotterie, der allerdings, per Hubschrauber eingeflogen, in dem Moment bereits am Strand erscheint und Jackie nach Ned Devine fragt. Jackie reagiert nicht schnell genug, um sich noch wie geplant als Ned ausgeben zu können, daher muss der hinter einem Felsen verborgene grundehrliche Michael das spontan übernehmen und fährt in aller Eile nackt mit dem Motorrad zu Neds Haus, während Jackie den Lotterievertreter über Umwege führt, um Michael den nötigen Vorsprung zu verschaffen. Als der Lotterievertreter nach den üblichen Formalitäten ankündigt, dass er noch im Dorf Erkundigungen über Ned einholen wird, ändert Jackie den Plan und weiht das gesamte Dorf ein, um den mit fast 7 Millionen Pfund auch unerwartet hohen Gewinn unter allen aufzuteilen.

Alle, auch Annie, lassen sich darauf ein – bis auf die unbeliebte, griesgrämige Lizzy Quinn, die ihre Zustimmung bis zuletzt aufschiebt und dann einen höheren Anteil verlangt, ansonsten melde sie den Betrug. Da das Dorf immer noch von der Außenwelt abgeschnitten ist und Lizzy, die sich meist mit ihrem elektrischen Rollstuhl fortbewegt, kaum von der Telefonzelle aus anrufen kann, nehmen die anderen ihre Drohung nicht ernst. Der Lotterievertreter ist schließlich von der Identität „Neds“ überzeugt und überreicht den Scheck.

Während das ganze Dorf feiert, macht sich Lizzy Quinn mit ihrem Rollstuhl auf den Weg zur Telefonzelle, um ihre Drohung wahrzumachen. Dort kommt es aber zu einem absurden Verkehrsunfall, bei dem die Telefonzelle samt Lizzy Quinn die Klippe hinabgeschleudert wird.

In einer Nebenhandlung wird die Liebesgeschichte des Schweinebauern Pig Finn und seiner Geliebten Maggie O’Toole erzählt, die mit ihrem unehelichen Sohn Maurice bei ihrem Vater wohnt. Sie liebt Finn, der sich für Maurice’ Vater hält. Zwischen Finn und Maggie stehen jedoch die Schweine, deren Geruch Maggie nicht ausstehen kann. Der Gewinnanteil ermöglicht es Finn, die Schweinehaltung aufzugeben und mit Maggie eine gemeinsame Existenz aufzubauen. Während der Gewinnfeier erfährt Jackie von Maggie, dass Ned Devine, von dem alle dachten, er habe keine Angehörigen, Maurice’ leiblicher Vater war. Er will ihr daraufhin den gesamten Gewinn überlassen, was sie aber ablehnt, um Finn nicht die Wahrheit über Maurice sagen zu müssen: Ein guter Vater sei für den Jungen wichtiger als das Geld.

„Ein ideen- und temporeich inszeniertes, stets die richtige Balance zwischen Komik und Melancholie findendes Filmdebüt, das auf warmherzig-amüsante Weise Werte wie Liebe, Freundschaft und Solidarität zelebriert. Glänzend fotografiert, herausragend auch das Spiel der beiden perfekt harmonierenden Hauptdarsteller.“

„Der Debütfilm [von Kirk Jones] besticht mit wunderbaren Charakteren und britischem Humor.“

„Kirk Jones Komödie ‚Lang lebe Ned Devine‘ wirkt nie übertrieben oder albern. Er hält seine skurrilen Figuren in den Grenzen des Realistischen. […] Das Entzückende an ‚Lang lebe Ned Devine‘ ist aber auch die Mischung aus dörflichem Zusammenhalt und Konkurrenz, aus egoistischen und altruistischen Motiven, aus Betrug und Wahrheit, die sich in den Figuren jederzeit offenbart und zur Komik des Films beiträgt. Die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die ebenso einfühlsame irische Musik und nicht zuletzt ein makabrer Showdown, in dem eine Telefonzelle eine nicht unerhebliche Rolle spielt, runden das Bild ab, dass ‚Lang lebe Ned Devine‘ uns präsentiert.“

Ulrich Behrens für filmstarts.de[3]

„‚Lang lebe Ned Devine‘ ist eine der herrlichen britischen Komödien, für die die Filmemacher von der Insel in den letzten Jahren berühmt wurden. Getragen wird die liebevolle Geschichte nicht nur von den beiden kauzigen Hauptdarstellern um die 70, sondern auch von einer tollen Ensemble-Leistung, bei er es viele Nebencharaktere zu ‚entdecken‘ gibt, die einem im Laufe des Films fast ans Herz wachsen können.“

Der Film wurde mit sechs Preisen ausgezeichnet und für neun weitere nominiert. Der Regisseur Kirk Jones wurde unter anderen für den BAFTA Award, den Preis des Festival Internacional de Cine de Gijón und den Chlotrudis Award nominiert; er gewann den Gilde-Filmpreis in Gold, den New York Comedy Festival Award, den Kritikpreis des Ft. Lauderdale International Film Festival und den Sir Tim Award des Marco Island Film Festival.

Der Film wurde in der kleinen Ortschaft Cregneash an der Südspitze der Isle of Man gedreht. Für den Film wurde Cregneash in die fiktive irische Ortschaft Tullymore (Tulaigh Mhór) umgewandelt.

Das Motorrad, auf dem Michael nackt zu Neds Haus fährt, ist eine MZ ETZ, die vor der Wende in großen Stückzahlen auf die britischen Inseln exportiert wurde. In der deutschen Synchronisation wurde der typische Zweitaktklang allerdings durch das Geräusch eines Viertaktmotors ersetzt.[5]

  1. Lang lebe Ned Devine! In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Lang lebe Ned Devine! In: TV Spielfilm. Abgerufen am 24. November 2021.
  3. filmstarts.de
  4. moviemaster.de
  5. Lang lebe Ned Devine (Waking Ned) – Trailer Deutsch 1998. Abgerufen am 22. März 2021.

Wetzikon TG – Wikipedia

TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Wetzikonf zu vermeiden.

Wetzikon (im einheimischen Dialekt [ˈʋetsikxə])[3] ist eine Ortschaft[2] der politischen Gemeinde Thundorf im Schweizer Kanton Thurgau. Bis 1994 war Wetzikon mit dem Weiler Gass eine eigenständige Ortsgemeinde, die zur Munizipalgemeinde Lommis gehörte. Mit der Thurgauer Gemeindereform wurde Wetzikon 1995 der politischen Gemeinde Thundorf zugeschlagen.

Wetzikon liegt östlich von Frauenfeld auf einem Ausläufer des Immenbergs[4]
auf 610 bis 620 Meter über Meer über dem steil abfallenden Nordhange des Lauchethals. Südwestlich vom Dorfe steht auf dem Geländesporn über dem Chuetobel die Ruine der Burg Spiegelberg.

Die ältesten Belege für den Ortsnamen stammen aus den Jahren 827 (Wezzinchova) und 830 (Wezinchova). Dieser ist (wie derjenige Wetzikons im Kanton Zürich) zusammengesetzt aus dem häufigen althochdeutschen Personennamen Wazo/Wezo und dem ebenfalls häufigen Ortsnamensuffix -(i)kofen (vor allem im Thurgau sowie in der westlichen Deutschschweiz verbreitet) beziehungsweise, der heutigen Namensform nach, mit dessen verkürzter Variante -(i)kon/-(i)ken (besonders in den Kantonen Zürich, Aargau und Luzern häufig), das auf eine Verschmelzung des Suffixes -ing- (etwa ‚bei den Leuten des Genannten‘) mit dem locativisch gebrauchten Dativo pluralis des Wortes hof ‚Hof, Besitz‘ zurückgeht.[3][5]

Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1995

Der Ort wurde 827 als Wezzinchova erstmals erwähnt. Im Hochmittelalter war Wetzikon ein Reichslehen, dann ein Lehen des Bischof von Konstanz, das die Freiherren von Spiegelberg 1210 innehatten. 1376 besassen es die Grafen von Toggenburg, 1402 bis 1436 jene von Montfort. Mit der Herrschaft Spiegelberg kam das Dorf 1464 in die Hände der Herren Muntprat von Spiegelberg, von denen es 1468 eine Offnung (nach einer Fassung von 1465) erhielt. 1629 erwarb das Kloster Fischingen die Herrschaft und schlug Wetzikon dem Gericht Lommis zu, wo es bis 1798 verblieb.[4]

Kirchlich teilte Wetzikon bis zur Reformation 1529 das Schicksal mit Lommis, danach schlossen sich die Reformierten Lustdorf an, die Katholiken verblieben bei Lommis.[4]

Neben dem Acker-, Wiesen- und Obstbau wurde bis um 1900 auch Weinbau betrieben. Im 19. Jahrhundert richteten sich die Bauernbetriebe vermehrt auf Vieh- und Milchwirtschaft mit einer Käserei aus. Ab 1960 ersetzten Niederstammkulturen die Hochstammobstbäume. Die Landwirtschaft blieb die Haupterwerbsquelle.[4]

Wetzikon.jpg

Blasonierung: Weisser Adler auf blauem Grunde.

Bevölkerungsentwicklung von Wetzikon
Jahr 1831 1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Ortsgemeinde 169 162 120 114 79
Ortschaft 86 97 113[Anm. 1]
Quelle [4] [6] [7] [2]

Spuren und Überreste der Burg Spiegelberg

Südwestlich von Wetzikon liegen die Ruinen der ehemaligen Burg Spiegelberg, die im 13. Jahrhundert durch die Freiherren von Spiegelberg gebaut wurde. Seit 1639 war die Burg im Besitz des Klosters Fischingen. Sie wurde 1821 mitsamt ihrer Kapelle abgebrochen. Die Ruine ist in der Liste der Kulturgüter in Thundorf aufgeführt.


  1. Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive)
  2. abc Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. ab Eugen Nyffenegger/Oskar Bandle & al.: Thurgauer Namenbuch 1.2: Die Siedlungsnamen des Kantons Thurgau (K–Z). Huber, Frauenfeld 2003, ISBN 978-3-7193-1309-8, p. 1375 s. v. Wetzikon.
  4. abcde Erich Trösch: Wetzikon (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  5. Andres Kristol, Wetzikon ZH (Hinwil) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 963.
  6. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2005. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 1,7 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. Ortschaften- und Siedlungsverzeichnis. Kanton Thurgau, Ausgabe 2012. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF; 3,4 MB), abgerufen am 11. Mai 2020.
  1. mit Aussenhöfen

Herrschaft Bilstein – Wikipedia

Die Herrschaft Bilstein war eine dynastische Herrschaft mit weitläufigem Besitz im Gebiet der heutigen Bundesländer Hessen und Thüringen.

Die Grafen Wigger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihr Beginn wird mit dem Grafen Wigger I. vermutet, der urkundlich seit 967 und bis 981 über ausgedehnte Grafschaftsrechte und Grundbesitz in der Germarmark an der mittleren Werra (Raum Frieda und Eschwege), am Hainich (Bad Langensalza, Schlotheim, Mühlhausen und Oberdorla) und im Obereichsfeld verfügte.[1] Wigger(us) stiftete 987 die erste Kirche in Dorla.[2]

Der Streubesitz der Grafen Wigger erstreckte sich über Dornburg an der Saale bis in den Raum Zeitz, wo er 965–981 als Markgraf von Zeitz beurkundet ist. Die Familie war neben den Ekkehardinern, den Grafen von Kevernburg, den Grafen von Schwarzburg und den Grafen von Weimar ein weiteres mächtiges Grafengeschlecht im Thüringen des 10. bis 12. Jahrhunderts.

Die Grafen von Bilstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Nachkommen nannten sich von etwa 1130 an nach ihrem Stammsitz, der Burg Bilstein, im Höllental westlich von Albungen, einem heutigen Ortsteil von Eschwege. Diese Burg soll um 1100 von ihnen selbst erbaut worden sein. In dieser Zeit gerieten sie in militärische Auseinandersetzungen mit den Grafen von Northeim, die um 1105/1110 den Grafen Rugger (Rüdiger) I. von Bilstein besiegt und die erste, noch schwach befestigte Burg Bielstein zerstört hatten. Der Nachfolger, Rugger II. von Bilstein, behauptete sich mit der neu erbauten Burg Bilstein und begann das Gebiet um die Burg, die Wälder am Hohen Meißner, als Rodungsherrschaft auszubauen. Er begründete zu diesem Zweck auch das Kloster Germerode, welches zum Hauskloster der Familiendynastie wurde.[3] Der Leitname Bilsteiner wurde später rückwirkend auch auf die früheren Mitglieder der Familie angewandt.

Burggrafenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Ludowinger bestand im 12. Jahrhundert die Notwendigkeit, alle Aufgaben zur Verwaltung der Wartburg, insbesondere auch die ständige Sicherung und wehrtechnische Verbesserung der Festungsanlage, in die Hände eines Bevollmächtigten zu geben; dieser hatte das Amt eines Burggrafen der Wartburg inne. Mit den Grafen von Wartburg, die auch zeitgleich im frühen 13. Jahrhundert als Burggrafen von Brandenburg auf der benachbarten Brandenburg in Erscheinung treten, kam hier eine Seitenlinie der Grafen von Bilstein zu hohen Ehren, die nicht blutsverwandt mit der Familie der Ludowinger war.[4]

Niedergang und Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Otto II. von Bilstein verkaufte 1301, mit Einwilligung seiner Frau Katharina, die bilsteinischen Lehen und danach auch seinen Allodialbesitz an Landgraf Heinrich I. von Hessen.[5] Mit ihm starb 1306 das Grafengeschlecht aus.

Verbindung zu anderen Adelsgeschlechtern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Vermutungen, dass die Grafen von Bilstein mit den Edelherren von Bilstein in Westfalen verwandt waren.

Laut der Reinhardsbrunner Chronik des Mönchs Johannes Caput aus dem Kloster Ilfeld erbaute ein Elger von Bilstein an der Werra die Ilburg und nannte sich Graf von Ilfeld. 1162 vermählte sich ein Adeliger von Ilfeld mit Lutrude von Hohnstein und nannte sich danach Ilfeld-Hohnstein, dann ab 1182 nur noch von Hohnstein.[6]

  • Wigger I. (962), Markgraf der Germarmark (um Mühlhausen)
  • Wigger II.
  • Rugger I. (1071), hatte Grafschaftsrechte in Martinfeld (bei Heiligenstadt)
  • Rugger II., Graf von Bilstein, Gründer des Klosters Germerode
  • Otto I., Erbauer de Klosterkirche Germerode
  • Otto II. († 1306), Graf von Bilstein, der letzte seines Geschlechts im Mannesstamm
  • Karl Kollmann: Die Grafen Wigger und die Grafen von Bilstein. Hrsg.: Historische Gesellschaft des Werratals. Bischhausen / Eschwege 1980.
  • Gustav Eisentraut: Der Bilstein im Höllental bei Albungen (und benachbarte Befestigungen). Hrsg.: Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde. Band 14, 1902.
  1. Raymund Falk: Die Wüstung Reichensachsen bei Heyerode und die Besiedlung der Hainich-Mittelgebirgslandschaft. In: Verein für Eichsfeldische Heimatkunde (Hrsg.): Eichsfeld-Jahrbuch. Heft 1. Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 1993, S. 151–155 (Abschnitt zur «Erphol-Schenkung»).
  2. Johann Wolf: Eichsfeldische Kirchengeschichte : mit 134 Urkunden. Göttingen 1816, S. 72
  3. Rudolf Knappe: «Bilstein» Gem. Albungen, Eschwege. In: Mittelalterliche Burgen in Hessen. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 60–61.
  4. Walter Heinemeyer: Das Marburger Landgrafenschloß und die Wartburg – Marburg und Eisenach. In: Historische Kommission für Hessen (Hrsg.): Hessen und Thüringen – von den Anfängen bis zur Reformation. Eine Ausstellung des Landes Hessen. Katalog. Wiesbaden 1992, ISBN 3-89258-018-9, S. 41.
  5. Urkunde vom 14. Mai 1301 im Staatsarchiv Marburg: Graf Otto von Bilstein verkauft dem Landgrafen Heinrich seine Lehngüter in (Nieder-)Hessen (Hassia) von dem Flusse Werra (Gewerra) an bis zu dem Walde Hecheno (Memento des Originals vom 3. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cgi-host.uni-marburg.de.
  6. Grafen von Honstein-Ilfeld auf Genealogie-Mittelalter.de

Kraftfahrbewährungsabzeichen – Wikipedia

Kraftfahrbewährungsabzeichen von links nach rechts: Bronze, Silber mit zusätzlicher 16 mm Anstecknadel und Gold. Stoffrücklage Neufertigung.

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen war ein Bewährungsabzeichen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg und wurde per Verordnung vom 23. Oktober 1942 durch Adolf Hitler gestiftet. Es diente dabei in erster Linie der Anerkennung für die im Kriegseinsatz bewährten Kraftfahrer, sollte aber auch das Kraftfahrpersonal zur sorgsamen Pflege und Führung ihrer Fahrzeuge anhalten.

Um die enorm gestiegenen Belastungen der Kraftfahrer, vor allem nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion, (vgl. Fall Barbarossa), Rechnung tragen zu können, fühlte sich das OKH im Winter 1941/1942 veranlasst, eine Auszeichnung zu schaffen, an die man vorher nicht gedacht hatte.

Wer letztendlich die erste Idee für die Schaffung hatte, lässt sich nicht mehr klären. Hitler beauftragte den SS-Oberführer Werlin, aus dem persönlichen Stab von Himmler, ein entsprechendes Abzeichen auszuarbeiten. Himmler erfuhr davon und beauftragte jenen Werlin, unabhängig von Hitlers Weisung, ein eigenes „SS-Kraftfahrbewährungsabzeichen“ für die Waffen-SS zu entwerfen. Diese sollte dann zeitgleich mit dem von Hitler beauftragten Abzeichen vorgelegt werden. Einige Wochen später, im Frühjahr 1942, übergab schließlich Werlin beide Entwürfe Generalleutnant Rudolf Schmundt mit der Bitte um Vorlage bei Hitler. Die Einführung eines eigenen SS-Kraftfahrbewährungsabzeichens stieß erwartungsgemäß, durch die Rivalität des Heeres und der Waffen-SS bedingt, auf breite Ablehnung seitens der Heeresführung. Himmler unternahm daher in den folgenden Wochen noch mehrere vergebliche Versuche über Mittelsmänner, das „SS-Kraftfahrbewährungsabzeichen“ bei Hitler durchzusetzen. Warum er nicht persönlich in dieser Sache bei Hitler vorstellig wurde, ist nicht bekannt. Hitler entschied sich letztendlich für ein einheitliches Kraftfahrbewährungsabzeichen. Erwähnenswert ist, dass das Abzeichen, obwohl es von einem Angehörigen der Waffen-SS entworfen worden war, kein Hakenkreuz enthielt.

Die Auszeichnung wurde in drei Stufen verliehen:

Das rund gehaltene Kraftfahrbewährungsabzeichen wird links- und rechtsseitig von einem Eichenlaubblatt eingefasst. In dessen Mitte befindet sich ein stilisiertes LKW-Lenkrad (Opel Blitz), welches das Symbol des Kraftfahrers widerspiegeln soll. Die eher schlicht gehaltene Auszeichnung wurde meist aus Eisenblech gestanzt und besitzt rückwärtig vier Splinte, an denen eine runde, ebenfalls aus Eisenblech gefertigte Gegenplatte befestigt werden konnte. Zwischen den beiden Platten spannte man üblicherweise einen Stoff, um das Abzeichen mit der Uniform vernähen zu können. Eine gestickte Ausführung des Kraftfahrbewährungsabzeichen wurde nicht geschaffen.

Voraussetzungen für die Verleihung des Kraftfahrbewährungsabzeichens waren:

  • b) Bewährung in vorstehenden Gebieten unter besonders schwierigen Bedingungen:
    • als Kradmelder an 90 Einsatztagen
    • als Fahrer von Gefechtsfahrzeugen an 120 Einsatztagen
    • als Fahrer von Kraftfahrzeugen der Trosse I an 135 Einsatztagen
    • als Fahrer von Kraftfahrzeugen der Führungs- und Versorgungsstäbe und Trose II an 150 Tagen
    • als Fahrer von Kraftfahrzeugen der Versorgungstruppen an 165 Einsatztagen

Am 9. März 1944 verfügte das OKH eine Ausweitung der verleihungsberechtigten Gebiete.

Die Aufweichung der zunächst eng gesteckten Verleihungsräume brach schließlich, infolge des sich zuspitzendes „Endkampfes“ ab Juni 1944 völlig zusammen. So konnte das Kraftfahrbewährungsabzeichen ab dem 23. September 1944, durch Verfügung des OKH nunmehr an alle rückwärtigen Armeegebiete an allen Fronten angerechnet werden.

Als Einsatztage galten bei Vorliegen erschwerter Unterbringungs- und Instandsetzungsverhältnisse zum Beispiel:

  • Fahrten unter Feindeinwirkung/Feindbeschuss
  • besonders große Tagesleistungen an Fahrbahnstrecke
  • besonders schwierige Wegeverhältnisse
  • Fahrten unter ungewöhnlich harten klimatischen Bedingungen

Für die oben genannten Bedingungen wurde das Abzeichen in Bronze, für doppelte Erfüllung wurde das Abzeichen in Silber, für dreifache Erfüllung in Gold verliehen. Die Verleihung der nächsthöheren Stufe setzte die jeweils nochmalige Erfüllung der geforderten Bedingungen voraus. Im Übrigen war beim Erwerb einer höheren Stufe, die vorhergehende Stufe abzulegen. Sie blieb aber im Besitz des Beliehenen.

Ein LKW-Fahrer (Raupenschlepper) in Südrussland

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen konnte dem Träger auch nachträglich wieder entzogen werden. Gründe dafür waren:

  • a) nachgewiesene nachlässige Fahrzeugpflege, Instandhaltung und Fahrweise, die zu einem vorzeitigen Materialverschleiß geführt hat
  • b) einem selbstverschuldeten Unfall durch unüberlegte und leichtsinnige Handhabung eines Kraftfahrzeuges
  • c) bei Bestrafung wegen Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeitsgrenzen

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen konnte aber nach einem Entzug wieder verliehen werden, allerdings frühestens nach 6 Monaten unfallfreier Fahrt und in der untersten Stufe.

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen konnte verliehen werden an:

  • a) Kraftfahrer der Wehrmacht
  • b) Kraftfahrer (Nichtwehrmachtsangehörige), die der Wehrmacht unterstellt sind
  • c) Kraftfahrer (Nichtwehrmachtsangehörige), die in den besetzten Gebieten eingesetzt sind
  • d) auf Adolf Hitler vereidigte, im Rahmen bzw. in Verbänden der deutschen Wehrmacht kämpfende ausländische Freiwillige
  • e) Freiwillige fremder Volksstämme aus den besetzten Ostgebieten – auch entlassene Kriegsgefangene, soweit diese unter Befehl der Wehrmacht standen und kämpften.

Eine Verleihung an Angehörige der Wehrmacht verbündeter (z. B. rumänischer Soldaten) oder befreundeter Länder (z. B. spanische Soldaten) war nicht statthaft.

Verleihungsberechtigte Personen waren:

  • a) an Kraftfahrer der Wehrmacht, die Vorgesetzten der Kraftfahrer vom Bataillonskommandeur aufwärts
  • b) an Kraftfahrer (Nichtwehrmachtsangehörige) – die der Wehrmacht unterstellt sind –, die Regiments- usw. Kommandeure oder selbstständigen Bataillons- usw. Kommandeure aufwärts. Dieser Personenkreis bestimmte auch die anrechnungsfähigen Einsatztage.
  • c) an Kraftfahrer (Nichtwehrmachtsangehörige) – die in von der Wehrmacht besetzten Gebieten eingesetzt worden sind –, die vom Staatsminister und Chef der Präsidialkanzlei zu bestimmenden Verleihungsdienststellen.

Korrekte Tragweise des Abzeichens am linken Unterärmel des Waffenrocks (Soldat in der Mitte)

Das Kraftfahrbewährungsabzeichen konnte zu allen Uniformen der Partei (einschließlich ihrer Gliederungen und angeschlossener Verbände) und des Staates getragen werden. Das Abzeichen selber, wurde in der Mitte des linken Unterarms am Waffenrock getragen. Zur bürgerlichen Kleidung durfte eine verkleinerte Form als Nadel am linken Rockaufschlag getragen werden.

  • Heinrich Doehle: Die Auszeichnungen des Großdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen. 4. Auflage. Berliner Buch- und Zeitschriften-Verlag, Berlin 1943, S. 109–110 (Nachdruck. Melchior-Verlag, Wolfenbüttel 2008, ISBN 978-3-939791-93-5).
  • Reinhard Frank: Lastkraftwagen der Wehrmacht. Deutsche und erbeutete Radfahrzeuge im Einsatz. Technik – Anstrich – Abzeichen – Zubehör. Geschichte und Gliederung der Nachschubtruppen. K. Müller, Erlangen 2001, ISBN 3-86070-859-7.
  • Kurt-Gerhard Klietmann: Auszeichnungen des Deutschen Reiches. 1936–1945. Motorbuch, Stuttgart 1981, ISBN 3-87943-689-4.
  • Rolf Michaelis: Deutsche Kriegsauszeichnungen 1939–1945. Heer · Waffen-SS · Polizei. Dörfler Verlag GmbH, 2002, ISBN 978-3-89555-691-3.
  • Verordnung über die Stiftung des Kraftfahrbewährungsabzeichens vom 23. Oktober 1942, RGBl. Teil I, S. 631.
  • Allgemeine Heeresmitteilung 1942, 27. Ausgabe, S. 545, Ziffer 977.
  • Marineverordnungsblatt 1942, Heft 37, S. 1020, Ziffer 922.

Jean Dieudonné – Wikipedia

Jean Alexandre Eugène Dieudonné (* 1. Juli 1906 in Lille; † 29. November 1992) war ein französischer Mathematiker. Er lieferte wertvolle Beiträge auf den Gebieten der abstrakten Algebra und der Funktionalanalysis. Darüber hinaus war er ein wichtiges Gründungsmitglied der Gruppe Bourbaki.

Dieudonné studierte und promovierte 1924 bis 1931 an der École normale supérieure bei Paul Montel, unterbrochen von Aufenthalten an den Universitäten von Princeton und Berlin sowie der ETH Zürich. 1932–1933 war er Professor in Bordeaux, 1933–1937 in Rennes, 1937–1952 in Nancy, mit Gastprofessuren in Straßburg und São Paulo (Brasilien). 1952 ging er in die USA und lehrte dort zunächst an der University of Michigan in Detroit. Von 1953 bis 1959 war er Professor für Mathematik an der Northwestern University in Evanston (Illinois) nahe Chicago. 1959 kehrte Dieudonné nach Paris zurück und war bis 1964 am IHES. Seit 1964 hatte er einen Lehrstuhl in Nizza inne.[1]

1934 gründete er zusammen mit anderen Mathematikern die Gruppe Bourbaki. Er war dort (zusammen mit André Weil) einer der beiden führenden Köpfe. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass die meisten Texte, die unter dem Pseudonym Bourbaki veröffentlicht wurden, in ihrer Endfassung von Dieudonné stammen. Er verfasste auch meist die Erstfassung (Dieudonnés Monster genannt), die dann zahlreiche Revisionen durchlief (jedes Bourbaki-Mitglied hatte Vetorecht). Dieudonné war auch ein vehementer Verfechter einer völligen Erneuerung des Mathematikunterrichts (Neue Mathematik), wozu er die Parole ausgab: „Nieder mit Euklid! Tod den Dreiecken!“[2] Zuerst geschah dies öffentlich auf einer Internationalen Konferenz im Kloster Royaumont in Asnières-sur-Oise im November/Dezember 1959.[3] Keinesfalls jeder in der Bourbaki-Gruppe war allerdings mit Dieudonnés Ansichten einverstanden (der zudem offiziell schon 1956 mit Erreichen des 50. Geburtstags aus Bourbaki ausgeschieden war).

Sein Talent für das Verfassen von Lehrbüchern und die große Zusammenschau zeigte sich aber auch in den monumentalen Éléments de géometrie algébrique, die er zusammen mit Alexander Grothendieck in den 1960er Jahren verfasste, und die die Grundlagen für den weiteren Ausbau der Theorie in den Séminaires de géometrie algébrique (SGA) der Grothendieck-Schule bildeten. In seinem kurzen zweibändigen Cours de géometrie algébrique gibt er einen kürzeren Abriss, wobei er im ersten Band auch ausführlich auf die Geschichte dieses Gebietes eingeht.

Weitere Arbeitsgebiete waren z. B. Gruppentheorie, Lie-Gruppen, Funktionalanalysis (Theorie topologischer Vektorräume, Spektraltheorie), Topologie (1944 führte er den Begriff des parakompakten Raumes ein, die Dieudonné-Planke ist nach ihm benannt).

Bekannt ist er aber vor allem durch seine Éléments d’Analyse, die in mehreren Bänden die ganze Analysis bis zur Differentialgeometrie, Lie-Gruppen und Spektraltheorie behandeln, die sich aber an Fortgeschrittene wenden. Er verfasste aber auch Lehrbücher für Analysis und Lineare Algebra/Geometrie für Anfänger.

1944 wurde Dieudonné mit einem Preis der Académie des sciences ausgezeichnet und 1968 deren Mitglied. 1971 erhielt er den Leroy P. Steele Prize der American Mathematical Society. 1954 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Amsterdam (Le calcul différentiel dans les corps de caractéristique p > 0). 1964 war er Präsident der Société Mathématique de France. 1972 wurde er Ehrenmitglied der London Mathematical Society.

Dieudonné war auch ein ausgezeichneter Pianist. Er ging auch in Konzerte meist mit der Partitur, wobei er aufstöhnte, wenn die Musiker eine Note vergaßen[4]. Sein Interesse für Mathematikgeschichte manifestierte sich in mehreren Büchern, u. a. in den mathematikgeschichtlichen Exkursen der Bourbaki-Bücher (1994 separat als Bourbakis Eléments of the history of mathematics herausgegeben). Er schrieb u. a. die Artikel zu Henri Poincaré und Hermann Weyl im Dictionary of Scientific Biography. Außerdem gab er die Werke von Camille Jordan heraus.

  • La géométrie des groupes classiques, Springer 1955, 3. Aufl. 1973
  • Introduction to the theory of formal groups, Dekker 1973
  • Grundzüge der modernen Analysis, 9 Bde., Vieweg Verlag (engl. Foundations of Modern Analysis, frz. Éléments d’Analyse, 1960 bis 1982)
    • Mit Kapitelangaben der englischen Ausgabe: Band 1 (Kapitel 1 Elements of the theory of sets, 2 Real numbers, 3 Metric spaces, 4 Additional properties of the real line, 5 Normed spaces, 6 Hilbert spaces, 7 Spaces of continous functions, 8 Differential calculus, 9 Analytic functions. Anhang zu 9: Applications of analytic functions to plane topology, 10 Existence theorems, 11 Elementary spectral theory), Band 2 (Kapitel 12 Topology and topological algebra, 13 Integration, 14 Integration in locally compact groups, 15 Normed algebras and spectral theory), Band 3 (Kapitel 16 Differential manifolds, 17 Differential calculus on a differential manifold, Appendix Multilinear Algebra), Band 4 (Kapitel 18 Differential calculus on a differential manifold 2 (elementary global theory of first- and second-order differential equations. Elementary local theory of differential systems), 19 Lie Groups and Lie algebras, 20 Principal connections and Riemannian geometry, Appendix: Tensor products and formal power series), Band 5 (Kapitel 21 Compact Lie groups and semisimple Lie groups, Appendix: Modules), Band 6 (Kapitel 22 Harmonic analysis), Band 7 (Kapitel 23 Linear functional equations, Teil 1 Pseudodifferential Operators), Band 8 (Kapitel 23 Linear functional equations, Teil 2 Boundary value problems), Band 9 erschien nur in französisch (1982) und deutsch (Kapitel 24 Topologie algébrique et topologie différentielle élémentaire). Ein geplanter zehnter Band über nichtlineare Probleme wurde nie veröffentlicht.[5][6]
    • Deutsche Ausgabe bei Vieweg (1972 bis 1987): Band 1 (Kapitel 1 Anfangsgründe der Mengenlehre, 2 Reelle Zahlen, 3 Metrische Räume, 4 Weitere Eigenschaften der reellen Zahlengeraden, 5 Normierte Räume, 6 Hilbert-Räume, 7 Räume stetiger Funktionen, 8 Differentialrechnung, 9 Analytische Funktionen, Anhang: Anwendungen analytischer Funktionen auf die Topologie der Ebene, 10 Existenzsätze, 11 Elementare Spektraltheorie), Band 2 (12 Topologie und topologische Algebra, 13 Integration, 14 Integration auf lokal kompakten Gruppen, 15 Normierte Algebren und Spektraltheorie), Band 3 (Kapitel 16 Differenzierbare Mannigfaltigkeiten, 17 Differentialrechnung auf einer differenzierbaren Mannigfaltigkeit: 1. Distributionen und Differentialoperatoren), Band 4 (Kapitel 18 Differentialrechnung auf einer differenzierbaren Mannigfaltigkeit, Teil 2: Elementare global theorie der Differentialgleichungen erster und zweiter Ordnung. Elementare lokale Theorie differenzierbarer Systeme, 19 Liesche Gruppen und Liesche Algebren, 20 Hauptzusammenhänge und Riemannsche Geometrie), Band 5/6 (Kapitel 21 Kompakte Liesche Gruppen und halbeinfache Liesche Gruppen, 22 Harmonische Analysis), Band 7 (Kapitel 23 Lineare Funktionalgleichungen 1: Pseudodifferentialoperatoren), Band 8 (Kapitel 23 Lineare Funktionalgleichungen: Randwertprobleme), Band 9 (Kapitel 24: Algebraische Topologie und Differentialtopologie)
  • Calcul infinitesimal, Hermann 1968
  • Algèbre linéaire et géométrie élémentaire, Hermann 1964, auch engl. Linear algebra and geometry 1969
  • mit Grothendieck Éléments de geometrie algebrique, mehrere Bde., ab 1960
  • Cours de géometrie algébrique, 2 Bde. 1974 (im 1. Band historischer Abriss)
  • Historical development of algebraic geometry, American Mathematical Monthly 1972, Nr. 10
  • A history of algebraic and differential topology 1900–1960, Birkhäuser Verlag 1988
  • History of functional analysis, North-Holland 1981
  • Une brève histoire de la topologie, in Jean-Paul Pier ed. Development of Mathematics 1900–1950, Birkhäuser 1994, S. 35–150
  • L’école mathématique francaise du 20.siècle, in J.-P.Pier ed. Development of Mathematics 1950–2000, Birkhäuser 2000
  • als Herausgeber und Mitautor: Geschichte der Mathematik 1700–1900 – ein Abriss, Vieweg 1985 (online bei archive.org), frz. Original: Abrégé d’histoire des mathématiques: 1700–1900, Hermann 1978
  • Mathematics – the music of reason, Springer 1992
  • Pour l’honneur de l’esprit humain: les mathématiques aujourd’hui, Hachette 1987
  • A panorama of pure mathematics – as seen by Nicolas Bourbaki, Academic Press 1982 (frz. Original Gauthier-Villars 1977)
  • Pierre Dugac: Jean Dieudonné, mathématicien complet. Gabay, Paris 1995. ISBN 2-87647-156-6
  • Laurent Schwartz: Souvenirs sur Jean Dieudonné, Pour la Science, Juni 1994
  1. Der Wechsel eines der führenden französischen Mathematiker vom IHES bei Paris nach Nizza kam damals völlig überraschend, da Nizza was die Mathematik betraf damals als unbeschriebenes Blatt galt. C. Bartozzi u. a., Mathematical Lives. Protagonists of the Twentieth Century From Hilbert to Wiles, Springer, 2011, S. 129
  2. Siobhan Roberts King of Infinite Space, Walker Publ. 2006, S. 157
  3. Dieudonné New Thinking in School Mathematics, in New Thinking in School Mathematics, Organization for European Economic Cooperation 1961, S. 31–45
  4. Erinnerungen von Pierre Cartier zitiert in Siobhan Roberts King of Infinite Space, Walker Publ. 2006, S. 154
  5. Review von Jerrold Marsden, Bulletin AMS (N.S.), Vol.3, Nr. 1, 1980, S. 719–724
  6. Review des ersten Bandes von Leopoldo Nachbin, Bulletin AMS, Band 67, Nr. 3, 1961

Liste der Gemeinden in Albanien – Wikipedia

Gemeinde Einwohner (2011) Qark Alte Gemeinde(n) Ehemalige(r) Kreis(e) Berat 060.031 Berat Berat, Otllak, Roshnik, Sinja, Velabisht Berat Kuçova 031.262 Berat Kozara, Kuçova, Lumas, Perond Kuçova, Berat Poliçan 010.953 Berat Poliçan, Tërpan, Vërtop Berat, Skrapar Skrapar 012.403 Berat Bogova, Çepan, Çorovoda, Gjerbës, Leshnja, Potom, Qendër, Vendresha, Zhepa Skrapar Dimal 027.295 Berat Cukalat, Kutalli, Poshnja, Ura Vajgurore Berat Bulqiza 031.210 Dibra Bulqiza, Fushë Bulqiza, Gjorica, Martanesh, Ostren, Shupenza, Trebisht, Zerqan Bulqiza Dibra 061.619 Dibra Arras, Bogova, Fushë-Çidhën, Kala e Dodës, Kastriot, Lura, Luzni, Maqellara, Melan, Muhurr, Peshkopia, Qendër Tomin, Selishta, Sllova, Zall Dardha, Zall Reç Dibra Klos 016.618 Dibra Gurra, Klos, Suç, Xibra Mat Mat 027.600 Dibra Baz, Burrel, Derjan, Komës, Lis, Macukull, Rukaj, Ulza Mat Durrës 175.110 Durrës Durrës, Ishëm, Katundi i ri, Manza, Rrashbull, Sukth Durrës Kruja 059.814 Durrës Bubq, Cudh, Fushë-Kruja, Kodër Thumana, Kruja, Nikël Kruja Shijak 027.861 Durrës Gjepalaj, Maminas, Shijak, Xhafzotaj Durrës Belsh 019.503 Elbasan Belsh, Fierza, Grekan, Kajan, Rrasa Elbasan Cërrik 027.445 Elbasan Cërrik, Gostima, Klos, Mollas, Shalës Elbasan Elbasan 141.714 Elbasan Bradashesh, Elbasan, Funar, Gjergjan, Gjinar, Gracen, Fushë-Labinot, Mal-Labinot, Papër, Shirgjan, Shushica, Tregan, Zavalina Elbasan Gramsh 024.231 Elbasan Gramsh, Kodovjat, Kukur, Kushova, Lenias, Pishaj, Poroçan, Skënderbegas, Sult, Tunja Gramsh Librazhd 031.892 Elbasan Hotolisht, Librazhd, Lunik, Orenja, Polis, Qendër-Librazhd, Stëbleva Librazhd Përrenjas 024.906 Elbasan Përrenjas, Qukës, Rrajca, Stravaj Librazhd Peqin 026.136 Elbasan Gjoçaj, Karina, Pajova, Peqin, Përparim, Sheza Peqin Fier 120.655 Fier Cakran, Dërmenas, Fier, Frakull, Levan, Libofsha, Mbrostar, Portëz, Qënder, Topoja Fier Divjaka 034.254 Fier Divjaka, Grabjan, Gradishta, Rremas, Tërbuf Lushnja Lushnja 083.659 Fier Allkaj, Ballagat, Bubullima, Dushk, Fier Shegan, Golem, Hysgjokaj, Karbunara, Kolonja, Krutja, Lushnja Lushnja Mallakastra 025.062 Fier Aranitas, Ballsh, Fratar, Greshica, Hekal, Kuta, Ngraçan, Qendër Dukas, Selita Mallakastra Patos 022.959 Fier Patos, Ruzhdija, Zharëz Fier Roskovec 021.742 Fier Kuman, Kurjan, Roskovec, Struma Fier Dropull 003.503 Gjirokastra Dropull i poshtëm, Dropull i sipërm, Pogon Gjirokastra Gjirokastra 028.673 Gjirokastra Antigoneja, Cepo, Gjirokastra, Lazarat, Lunxhëri, Odria, Picar Gjirokastra Këlcyra 006.113 Gjirokastra Ballaban, Dishnica, Këlcyra, Suka Përmet Libohova 003.667 Gjirokastra Libohova, Qënder, Zagoria Gjirokastra Memaliaj 010.657 Gjirokastra Buz, Fshat Memaliaj, Krahës, Memaliaj, Qesarat Tepelena Përmet 010.614 Gjirokastra Çarçova, Frashër, Përmet, Petran, Qendër Piskova Përmet Tepelena 008.949 Gjirokastra Kurvelesh, Lopës, Qendër, Tepelena Tepelena Devoll 026.716 Korça Bilisht, Hoçisht, Miras, Progër, Qendër Bilisht Devoll Kolonja 011.070 Korça Barmash, Çlirim, Erseka, Leskovik, Mollas, Novosela, Qendër Erseka, Qendër Leskovik Kolonja Korça 075.994 Korça Drenova, Korça, Lekas, Mollaj, Qendër Bulgarec, Vithkuq, Voskop, Voskopoja Korça Maliq 041.757 Korça Gora, Libonik, Maliq, Moglica, Pirg, Pojan, Vreshtas Korça Pustec 003.290 Korça Pustec Korça Pogradec 061.530 Korça Buçimas, Çërrava, Dardhas, Pogradec, Proptisht, Trebinja, Velçan, Udenisht Pogradec Has 016.790 Kukës Fajza, Gjinaj, Golaj, Kruma Has Kukës 047.985 Kukës Arrën, Bicaj, Bushtrica, Grykë-Çaja, Kalis, Kolsh, Kukës, Malzi, Shishtavec, Shtiqën, Surroj, Tërthor, Topojan, Ujëmisht, Zapod Kukës Tropoja 020.517 Kukës Bajram Curr, Bujan, Bytyç, Fierza, Lekbibaj, Llugaj, Margegaj, Tropoja Tropoja Kurbin 046.291 Lezha Fushë-Kuqja, Laç, Mamurras, Milot Kurbin Lezha 065.633 Lezha Balldren i ri, Blinisht, Dajç, Kallmet, Kolsh, Lezha, Shëngjin, Shënkoll, Ungrej, Zejmen Lezha Mirdita 022.103 Lezha Fan, Kaçinar, Kthella, Orosh, Rrëshen, Rubik, Selita Mirdita Malësia e Madhe 030.823 Shkodra Gruemira, Kastrat, Kelmend, Koplik, Qendër, Shkrel Malësia e Madhe Fushë-Arrëz 007.405 Shkodra Blerim, Fierza, Fushë-Arrëz, Iballa, Qafë Mal Puka Puka 011.069 Shkodra Gjegjan, Puka, Qelëz, Qerret, Rrapa Puka Shkodra 135.612 Shkodra Ana Malit, Bërdica, Dajç, Guri i zi, Postriba, Pult, Rrethina, Shala, Shkodra, Shosh, Velipoja Shkodra Vau-Deja 030.438 Shkodra Bushat, Hajmel, Shllak, Temal, Vau-Deja, Vig-Mnela Shkodra Kamza 104.190 Tirana Kamza, Paskuqan Tirana Kavaja 040.094 Tirana Golem, Helmës, Kavaja, Luz i vogël, Synej Kavaja Rrogozhina 022.148 Tirana Gosa, Kryevidh, Lekaj, Rrogozhina, Sinaballaj Kavaja Tirana 557.422 Tirana Baldushk, Bërzhita, Dajt, Farka, Kashar, Krraba, Ndroq, Petrela, Peza, Shëngjergj, Tirana, Vaqarr, Zall-Bastar, Zall-Herr Tirana Vora 025.511 Tirana Bërxull, Preza, Vora Tirana Delvina 007.598 Vlora Delvina, Vergo Delvina Finiq 010.529 Vlora Aliko, Finiq, Livadhja, Mesopotam, Dhivër Delvina, Saranda Himara 007.818 Vlora Himara, Horë-Vranisht, Lukova Vlora, Saranda Konispol 008.245 Vlora Konispol, Markat, Xarra Saranda Saranda 020.227 Vlora Ksamil, Saranda Saranda Selenica 016.396 Vlora Armen, Brataj, Kota, Selenica, Sevaster, Vllahina Vlora Vlora 104.827 Vlora Novosela, Orikum, Qendër, Shushica, Vlora Vlora

Anarchists Against the Wall – Wikipedia

Logo der Gruppe Anarchists Against the Wall

Die Anarchists Against the Wall (AATW) (hebräisch אנרכיסטים נגד הגדר; deutsche Übersetzung des hebräischen Wortlauts: Anarchisten gegen den Zaun; teilweise auch Anarchists Against Fences) sind eine Gruppierung in Israel, die sich gegen die israelischen Sperranlagen im Westjordanland engagiert. Sie wurde 2003 gegründet[1] und wird von der Jerusalem Post als älteste anarchistische Gruppierung Israels bezeichnet,[2] wiewohl von 1958 bis in die 1980er Jahre mit der Agudath Schochrei Chofesh um Abba Gordin bereits eine etwa 150 Mitglieder starke jiddischsprachige anarchistische Gruppe in Tel Aviv bestand, die unter anderem die Zeitschrift Problemen herausbrachte.[3]

Aktivisten der Internationalen Solidaritätsbewegung ketten sich 2006 als Teilnehmer der friedlichen Proteste gegen die Sperren in Bil’in an das Fundament der West-Bank-Sperre

Die Gruppe bezeichnet die Sperranlage als „Apartheids-Mauer“ und behauptet, dass selbige lediglich die Besetzung und letztlich Abtrennung von palästinensischen Territorien als Ziel hat. Die Anarchists Against the Wall lehnen die Besetzung der Palästinensischen Autonomiegebiete kategorisch ab, kooperieren aktiv mit Teilen der palästinensischen Unabhängigkeitsbewegung und schließen gemeinsame Demonstrationen mit Mitgliedern der militanten Palästinenserorganisationen PFLP und Fatah nicht aus. Sie betonen, dass ihre direkten Aktionen in den Palästinensischen Autonomiegebieten unter Führung der lokalen Gemeinden durchgeführt werden. Des Weiteren erklären sie, dass es sich bei ihnen nicht um eine homogene Gruppierung handele, sondern um eine Ansammlung von Individuen, die entsprechend unterschiedliche Ansichten vertreten. Jede Selbstdarstellung unterliege dieser Einschränkung. Folglich gebe es kein einheitliches Manifest. Einzelne bezeichnen sich in Abgrenzung zu gemäßigten zionistischen Linken in Israel als antizionistisch, was ihnen auch die Zusammenarbeit mit palästinensischen Dorfversammlungen erleichtert.[4]

Die Anarchists Against the Wall wurden im Zuge eines Protestcamps in Mas’ha von israelischen Aktivisten gegründet. Das Camp bestand aus palästinensischen, israelischen und internationalen Aktivisten, die sich gegen die Sperranlage einsetzen wollten, indem das Land besetzt wurde, durch das sich die Sperranlagen in Zukunft ziehen sollten.

Aktion beim Ort Beit Mirsim, Oktober 2007

Die Gruppe protestiert nach eigenen Angaben mit zivilem Ungehorsam. Die Anarchists Against the Wall verwenden verschiedene Aktionsformen, etwa die Blockade von Bauarbeiten oder die Beteiligung an lokalen palästinensischen Demonstrationen. Weitere Aktionen umfassen die Zerstörung israelischer Grenzsicherungsanlagen.[5] Im Zuge einer Aktion im Jahre 2003, in der der Sicherheitszaun durchbrochen werden sollte, wurde ein israelischer Aktivist von der israelischen Armee durch einen Schuss ins Bein leicht verletzt. Am 11. August 2006 wurde ein Aktivist der AATW schwer verletzt. Während einer Demonstration in Bil’in schoss ein israelischer Grenzpolizist aus einer Entfernung zwischen 10 und 20 Metern mit einem gummiummantelten Stahlgeschoss auf den Aktivisten Limor Goldstein und traf ihn am Kopf, wodurch er einen Gehirnschaden erlitt.[6] Am 3. Februar 2007 wurden Hauptverkehrsstraßen in Tel Aviv mit Stacheldraht vom Grenzzaun blockiert.

Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2008

Die AATW, konkret ihre Aktivisten und Vertreter Adi Winter & Yossi Bartal, erhielten die Carl-von-Ossietzky-Medaille 2008, da sie laut Laudatio „beispielhaft für den gewaltfreien Widerstand gegen die von Israel errichtete Trennungsmauer auf palästinensischem Land sowie für Standhaftigkeit in vielfältigen Graswurzelaktionen von Palästinensern, Israelis und internationalen Unterstützerinnen und Unterstützern gegen die israelische Besatzung der Westbank und des Gazastreifens“ stehe. Sie praktiziere „eine Kultur, die eine gemeinsame Zukunft ohne Ausgrenzung und Zerstörung vorwegnimmt“, und demonstriere „bewusst, dass ein Zusammenleben in Freiheit und Frieden möglich ist“.[7]

  1. Interview mit Anarchists Against The Wall. Aus: Feierabend Nr. 28, 2008. Gespiegelt auf Anarchismus.at, abgerufen am 17. Juni 2017
  2. Hunter Stuart: Anarchy in the Jewish State. In: The Jerusalem Post. 3. Juli 2016, abgerufen am 15. Juni 2017 (englisch).
  3. Zwischen Zion und Mauer « Radio Chiflado. In: radiochiflado.blogsport.de. 26. November 2012, abgerufen am 17. Juni 2017.
  4. Aussage der Referentin von AatW auf ihrem Vortrag in der KTS in Freiburg Dezember 2008
  5. 50 Jahre Besatzung – 50 Jahre Widerstand. In: Rosa-Luxemburg-Stiftung Israel Office. 31. Mai 2017, abgerufen am 14. Juni 2017.
  6. One blow to the brain von Dalia Karpel auf haaretz.com; abgerufen 2. Juli 2009
  7. Presseerklärung der ILMR vom 5. Dezember 2008, abgerufen 2. Oktober 2009

Elisabeth Lichtenberger – Wikipedia

Elisabeth Lichtenberger (1984)

Elisabeth Lichtenberger (geboren 17. Februar 1925 in Wien; gestorben 14. Februar 2017 ebenda) war eine Geographin und Universitätsprofessorin an der Universität Wien. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit widmete sie sich vor allem der Stadt- und Regionalforschung, der Gebirgsforschung sowie in den 1990er Jahren der geographischen Transformationsforschung.

Lichtenberger studierte ab 1945 an der Universität Wien die Fächer Geographie, Geologie und Geschichte und legte 1948 die Lehramtsprüfung für höhere Schulen ab. Ein Jahr später wurde sie mit einer Arbeit zur Morphologie der östlichen Gailtaler Alpen promoviert. Sie schlug die universitäre Laufbahn ein als Assistentin später Oberassistentin am Geographischen Institut der Universität Wien mit Lehrauftrag beim Ordinariat für Kulturgeographie. 1965 habilitierte sie sich für das Gesamtgebiet der Geographie an der Universität Wien mit der Arbeit Die Geschäftsstraßen Wiens. Eine statistisch-physiognomische Analyse.

Sie erhielt zwischen 1968 und 1972 Gastprofessuren in Ottawa (Kanada), in Kent (Ohio), USA und in Erlangen. Im Wintersemester 1987/88 war sie als Visiting Scholar an der University of California, Berkeley in den USA.

Lichtenberger war von 1972 bis 1995 ordentliche Universitätsprofessorin in Geographie, Raumforschung und Raumordnung am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien. Sie gründete den Studienzweig „Raumforschung und Raumordnung“.

Weiter gründete sie 1988 das Institut für Stadt- und Regionalforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Außerdem koordinierte sie das Schwerpunktprogramms „Österreich. Raum und Gesellschaft“ des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

Sie wurde am Ottakringer Friedhof bestattet.[1]

Lichtenberger ist Autorin von 20 Büchern und 230 Aufsätzen zur Vergleichenden Metropolenforschung, zur Kultur- und Hochgebirgsforschung, zu politischen Systemen, zur Gastarbeiterforschung, zur Transformationsforschung in Ostmitteleuropa sowie zum Standort der Geographie und zur Fachgeschichte:

  • Das Bergbauernproblem in den österreichischen Alpen. Perioden und Typen der Entsiedlung In: Erdkunde, Band 19, 1965
  • Wien. Bauliche Gestalt und Entwicklung. Gemeinsam mit H. Bobek 1966, 2. Auflage 1978
  • Wirtschaftsfunktion und Sozialstruktur der Wiener Ringstraße. 1970
  • The Eastern Alps. 1975
  • Die Wiener Altstadt. Von der mittelalterlichen Bürgerstadt zur City. 1977
  • Stadtgeographischer Führer Wien. 1978
  • Gastarbeiter – Leben in zwei Gesellschaften. Wien, Köln, Graz 1984, ISBN 978-3-205-07217-1.
  • Stadtgeographie 1 – Begriffe, Konzepte, Modelle, Prozesse. 1. Auflage 1986, 2. Auflage 1991, 3. Auflage 1998, ISBN 978-3-519-23424-1.
  • Stadtentwicklung und dynamische Faktorialökologie. Gemeinsam mit Heinz Fassmann und D. Mühlgassner, Wien 1987, ISBN 978-3-7001-1014-9
  • Stadtverfall und Stadterneuerung. Wien 1990, ISBN 978-3-7001-1795-7.
  • Die Zukunft von Ostmitteleuropa. Vom Plan zum Markt. 1991
  • Geografia dello spazio urbano. Milano 1993, ISBN 88-400-0284-7.
  • Vienna. Bridge Between Cultures. 1993
  • Wien-Prag. Metropolenforschung. Wien, Köln, Weimar 1993, ISBN 978-3-205-98033-9.
  • Stadtverfall und Stadterneuerung in Budapest. Gemeinsam mit Z. Czéfalvay und M. Paal. Wien 1994, ISBN 978-3-7001-2169-5.
  • Gelebte Interdisziplinarität. 1995
  • Märkte in Bewegung. Gemeinsam mit Heinz Fassmann. 1995
  • Österreich. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt 2013 (2. Auflage), ISBN 978-3-534-25461-3.
  • Austria. Society and Regions. Vienna 2000, ISBN 978-3-7001-2775-8.
  • Die Stadt. Von der Polis zur Metropolis. Darmstadt 2011 (2. Aufl.), ISBN 978-3-89678-766-8.
  • Europa. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. Darmstadt 2005, ISBN 978-3-89678-543-5.
  • Die Entwicklung der Geographie als Wissenschaft im Spiegel der Institutionspolitik und Biographieforschung. Vom Großstaat der k.u.k. Monarchie zum Kleinstaat der Zweiten Republik. In: Mensch, Raum, Umwelt. (Hrsg. R.Musil, C.Staudacher) Wien 2009, S. 13–51, ISBN 978-3-901313-20-2.
  • Elisabeth Aufhauser, Walter Matznetter: Lichtenberger, Elisabeth. In: Brigitta Keintzel, Ilse Korotin (Hrsg.): Wissenschafterinnen in und aus Österreich. Leben – Werk – Wirken. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2002, ISBN 3-205-99467-1, S. 469–474.
  1. Grabstelle Elisabeth Lichtenberger, Wien, Ottakringer Friedhof, Gruppe 5, Reihe G1, Nr. 12.
  2. Eintrag auf der Internetseite der Academia Europaea

Liste der Mitglieder des Niedersächsischen Landtages (5. Wahlperiode) – Wikipedia

Die Liste der Mitglieder des 5. Niedersächsischen Landtages enthält alle Abgeordneten, die in der 5. Wahlperiode (1963–1967) dem Niedersächsischen Landtag angehörten. Zu den Landesregierungen dieser Legislaturperiode siehe Kabinett Diederichs II und Kabinett Diederichs III.

Nach der Landtagswahl am 19. Mai 1963 setzte sich der Landtag wie folgt zusammen:

Fraktion Sitze
SPD 73
CDU 62
FDP 14
Gesamt 149

LWV = Landeswahlvorschlag

Name Lebensdaten Partei Wahlkreis WK-Nr. Anmerkung
Werner Arend 1919–2006 SPD Delmenhorst 79
Wilhelm Armbrecht 1898–1972 SPD Osterode 31
Hans Arnold 1904–1981 SPD Winsen/Luhe 58
Hans Bartel 1918–1970 SPD Hameln-Pyrmont 17
Walter Baselau 1915–1987 SPD Barsinghausen 8
Wilhelm Baumgarten 1913–1996 SPD Goslar-Land 35
Wilma Bayer 1909–1977 SPD LWV ab 27. April 1966 für Hans Janßen
Otto Bennemann 1903–2003 SPD Braunschweig 3 43
Werner Blunck 1901–1988 FDP LWV
Walter Bockenkamp 1907–1994 CDU LWL
Gustav Bosselmann 1915–1991 CDU Soltau 52
Lenelotte von Bothmer 1915–1997 SPD LWV ab 7. Februar 1966 für Robert Hoffmeister
Bruno Brandes 1910–1985 CDU LWV
Klaus-Peter Bruns 1913–2011 SPD Göttingen-Land 29
Martin Brüns 1911–1976 SPD Achim-Verden 62
Hans-Hubertus Bühmann 1921–2014 CDU Celle-Land 50
Ernst Bulthaup 1904–1978 SPD LWV
Alfred Cohrs 1911–1974 FDP LWV ab 26. Juni 1963 für Carlo Graaff
Georg Diederichs 1900–1983 SPD Zellerfeld 32
Hans-Alexander Drechsler 1923–2002 SPD Uelzen 53
Hugo Dreyer 1910–1982 CDU LWV
Nicolaus Dreyer 1921–2003 FDP LWV
Wilhelm Ehlers 1908–1998 SPD Stade 66
Heinrich Engelhardt 1922–2003 CDU Duderstadt 30
Arthur Engler 1917–1990 CDU LWV
Richard Ey 1923–1990 FDP LWV ab 21. Februar 1967 Gast in der CDU-Fraktion
Hans Günter Fessel 1927–1995 SPD LWV ab 27. Juni 1964 für Konrad Steinhausen
Otto Freiherr von Fircks 1912–1989 CDU LWV
Hans Fleischer 1906–1984 SPD Oldenburg-Stadt 77
Heinz Folte 1910–1976 CDU LWV
Heinrich Franke 1928–2004 CDU LWV ausgeschieden am 13. Oktober 1965, Nachfolger Hans-Albrecht Körner
Arnold Fratzscher 1904–1987 CDU LWV
Hans Freytag 1913–1982 SPD LWV ab 7. September 1966 für Heinrich Wulff
Ernst Fricke 1912–1983 SPD Goslar-Stadt 34
Otto Fricke 1902–1972 CDU LWV
Willi Fricke 1919–2000 SPD LWV ab 18. März 1965 für Gustav Schäfer
Karl Garbers 1896–1965 SPD Fallingbostel 51 verstorben am 5. April 1965, Nachfolger Johannes Reichelt
Erich Gerlach 1910–1972 SPD Northeim 26
Ewald Gerrich 1901–1985 SPD Braunschweig 1 41
Walter Giesker 1901–1976 CDU Osnabrück-Oesede 84
Wilhelm Gödecke 1928–2018 CDU Celle-Stadt 49
Ulrich Goerdeler 1913–2000 CDU Gifhorn 46
Carlo Graaff 1914–1975 FDP LWV ausgeschieden am 26. Juni 1963, Nachfolger Alfred Cohrs
Alfred Gramsch 1894–1988 CDU LWV
Helmut Greulich 1923–1993 SPD Hameln-Stadt 16
Friedrich Greve 1907–1994 CDU Syke 11
Kurt Grobe 1920–1987 SPD Hildesheim-Land 20
Helmut Grube 1913–1980 CDU Hadeln 67
Walter Haas 1920–1996 SPD Osnabrück-Stadt 83
Erich Hansmann 1920–1989 SPD Holzminden 24 ausgeschieden am 5. April 1965, Nachfolger Wilhelm Mader
Robert Hasenfuß 1889–1970 CDU Helmstedt 40
Wilfried Hasselmann 1924–2003 CDU LWV
Ottomar Haxsen 1898–1972 CDU Wesermünde 69
Winfrid Hedergott 1919–2002 FDP LWV
Karl Heidenblut 1906–1987 CDU LWV
Helga Heinke 1913–2004 FDP LWV
Philipp Helbach 1900–1982 SPD Harburg-Buchholz 59
Herbert Hellmann 1920–1990 SPD Wilhelmshaven 73
Fritz Hesse 1903–1971 SPD Wolfsburg 45
Wilhelm Hinsche 1914–1998 SPD Alfeld 23
Robert Hoffmeister 1899–1966 SPD Neustadt 9 verstorben am 30. Januar 1966, Nachfolger Lenelotte von Bothmer
Werner Hofmeister 1902–1984 CDU LWV
Hinrich Holsten 1902–1970 CDU Rotenburg 60
Willi Homeier 1922–1987 FDP LWV ab 26. Juni 1963 für Arvid von Nottbeck
August Hoppenbrock 1905–1976 CDU Melle 82
Ernst-Georg Hüper 1926–1993 SPD Hannover-Land 7
Hans Janßen 1918–2001 CDU LWV
Hans Janßen 1924–2011 SPD Hildesheim-Stadt 19 ausgeschieden am 27. April 1966, Nachfolger Wilma Bayer
Otto Jenzok 1928–1984 CDU LWV
Gottfried Jungmichel 1902–1981 FDP LWV
Wilhelm Kammann 1922–1980 SPD Varel 72
Helmut Kasimier 1926–2013 SPD Hannover-Buchholz 3
Richard Kehr 1898–1963 SPD Schaumburg 15 verstorben am 10. November 1963, Nachfolger Walter Nitsche
Hermann Kerckhoff 1900–1987 CDU Meppen 89
Waldemar Kirbach 1918–1999 SPD Lüneburg-Stadt 56
Karl Klare 1922–1995 CDU Diepholz 12
Johann Klindworth 1900–1976 CDU Zeven 63
Erich Konrad 1910–1987 FDP LWV
Hans-Albrecht Körner 1926–1990 CDU LWV ab 13. Oktober 1965 für Heinrich Franke
Helmut Kostorz 1912–1986 CDU LWV
Alfred Kubel 1909–1999 SPD Springe 18
August-Wilhelm Kühnholz 1905–1976 FDP LWV
Ernst Kunkel 1901–1981 SPD Wolfenbüttel 38
Helene Lange 1914–1996 CDU LWV
Richard Langeheine 1900–1995 CDU LWV
Carl Lauenstein 1919–2009 CDU LWV
Richard Lehners 1918–2000 SPD Hannover-Linden 6
Lothar Lenz 1904–1983 CDU LWV
Edwin Richard Lielienthal 1909–1994 SPD Wesermarsch 71
Fritz Linde 1917–1967 FDP LWV
Willi Lührs 1913–1974 SPD Wittmund 95
Hermann Lüken-Klaßen 1924–1994 CDU Aschendorf-Hümmling 90
Wilhelm Mader 1914–1983 SPD LWV ab 2. März 1965 für Erich Hansmann
Heinz Mechow 1922–2008 SPD Lüchow-Dannenberg 55
Franz Menze 1894–1973 SPD Hoya 10
Harry Metterhausen 1900–1973 SPD Nienburg 13
Hermann Meyer 1923–1995 SPD Bevensen 54
Maria Meyer-Sevenich 1907–1970 SPD Sarstedt 21
Fritz Michalski 1902–1977 SPD Münden 27
Walter Möhlmann 1912–1977 CDU LWV ab 12. Juni 1963 für Josef Stecker
Carl Möller 1930–2011 CDU LWV ab 13. Oktober 1965 für Heinrich Schröder
Karl Möller 1919–1993 CDU Bersenbrück 86
Reinhold Mühring 1927–1985 SPD Leer-Borkum 92
Heinz Müller 1920–1983 CDU LWV
Heinrich Müller-Bargloy 1902–1972 CDU Oldenburg-Land 78
Otto Müller-Haccius 1895–1988 CDU LWV
Walter Nitsche 1900–1969 SPD LWV ab 18. November 1963 für Richard Kehr
Karl Nobel 1904–1982 SPD Buxtehude 65
Arvid von Nottbeck 1903–1981 FDP LWV ausgeschieden am 25. Juni 1963, Nachfolger Willi Homeier
Hilde Obels-Jünemann 1913–1999 SPD Hannover-Südost 4
Karl Olfers 1888–1968 SPD Cuxhaven 68
Robert Onnen 1887–1968 SPD Aurich 93
Konrad von Oppen 1904–1987 CDU LWV
Reinhold Otto 1932 SPD Schöppenstedt 37
Kurt Partzsch 1910–1996 SPD Hannover-Limmer 5
Johann Pieper 1903–1985 SPD LWV ab 27. Juli 1965 für Rudolf Winter
Clemens Pölking 1915–1967 CDU Lingen 87 verstorben am 17. Januar 1967, Nachfolger Hans Westerholt
Albert Post 1896–1992 FDP Ammerland 75
Hans Puvogel 1911–1999 CDU LWV
Johannes Reichelt 1904–1995 SPD LWV ab 15. April 1965 für Karl Garbers
Ilsa Reinhardt 1911–2010 CDU LWV
Erwin Reinholz 1923–2005 SPD Peine 22
Leo Reinke 1909–1978 CDU Cloppenburg 80
Adolf Richter 1900–1973 SPD Gandersheim 33
Erich Rocholl 1901–1978 CDU LWV
Robert Rollwage 1912–1989 CDU LWV
Herbert Saß 1922–1989 SPD Bückeburg-Stadthagen 14
Gustav Schäfer 1892–1965 SPD Verden 61 verstorben am 7. März 1965, Nachfolger Willi Fricke
Hans Schäfer 1913–1989 SPD Braunschweig 2 42
Carl-Edzard Schelten-Peterssen 1921–1995 CDU LWV
Alois Scherf 1897–1965 CDU LWV verstorben am 14. Januar 1965, Nachfolger Heinrich Schmidt
Hermann Schierig 1921–1999 SPD Emden 94
Wilhelm Schlüter 1900–1976 SPD Braunschweig-Land 44
Klaus Schmetjen 1919–1994 CDU Bremervörde 64
Hans Schmidt 1910–1984 SPD Burgdorf 47
Heinrich Schmidt 1910–1988 CDU LWV ab 28. Januar 1965 für Alois Scherf
Walter Schmidt 1898–1982 CDU LWV
Hermann Schnipkoweit 1928–2018 CDU LWV
Werner Schönfelder 1908–1982 CDU LWV
Ehrengard Schramm 1900–1985 SPD Göttingen-Stadt 28
Heinrich Schröder 1909–1989 CDU LWV ausgeschieden am 13. Oktober 1965, Nachfolger Carl Möller
Josef Stecker 1916–2008 CDU LWV ausgeschieden am 12. Juni 1963, Nachfolger Walter Möhlmann
Konrad Steinhausen 1906–1964 SPD LWV verstorben am 20. Juni 1964, Nachfolger Hans Günter Fessel
Friedrich Steinhoff 1899–1983 SPD LWV ab 10. Januar 1966 für Willy Voigt
Herbert Stender 1913–1978 FDP LWV
Gustav Stollberg 1898–1978 SPD Salzgitter 36
Hans Striefler 1907–1998 SPD Hannover-Nordstadt 2
Alfred Tack 1898–1970 SPD Schöningen 39
Josef Tegeler 1926–2013 CDU Osnabrück-Land 85
Jürgen Thiemens 1895–1972 SPD Leer 91
Alfred Trebchen 1915–2011 SPD Lüneburg-Land 57
Lothar Urbanczyk 1903–1986 SPD Einbeck 25
Friedrich Verholen 1901–1993 SPD Osterholz-Scharmbeck 70
Richard Voigt 1895–1970 SPD LWV
Willy Voigt 1910–1965 SPD Jever 74 verstorben am 31. Dezember 1965, Nachfolger Friedrich Steinhoff
Ferdinand Wallbrecht 1916–1993 CDU LWV
Hans Watermann 1904–1988 CDU Vechta 81
August Wegmann 1888–1976 CDU Oldenburg-Barßel 76
Hans Westerholt 1906–1967 CDU LWV ab 1. Februar 1967 für Clemens Pölking
Karl Wiechert 1899–1971 SPD Hannover-Mitte 1
Rudolf Winter 1893–1965 SPD Wietze 48 verstorben am 16. Juli 1965, Nachfolger Johann Pieper
Carla Woldering 1893–1983 CDU LWV
Releff Wolter-Peeksen 1913–???? FDP LWV
Heinrich Wulff 1896–1966 SPD LWV verstorben am 26. August 1966, Nachfolger Hans Freytag
Richard Zahn 1891–1975 CDU Bentheim 88
Hans Ziemer 1920–1987 CDU LWV
  • Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994. Biographisches Handbuch. Hrsg. vom Präsidenten des Niedersächsischen Landtages. Niedersächsischer Landtag, Hannover 1996.

Kopisty – Wikipedia

Kopisty (deutsch Kopitz) war ein Ortsteil der Stadt Most in Tschechien. Er lag nördlich von Most am Bílý potok (Weißbach, früher Goldfluß) im Nordböhmischen Becken. Durch die Ausweitung des Kohleabbaus wurde Kopisty 1979 größtenteils beseitigt und nach Most in den Stadtteil Starý Most umgesiedelt. Der Katastralbezirk Kopisty gehört heute zum Ortsteil Starý Most.

Die erste schriftliche Erwähnung in den Urkunden der Gründung des Kapitels von Leitmeritz stammt aus dem Jahr 1057. Im 13. Jahrhundert gehörte es vermutlich anteilig dem Kloster Ossegg. 1227 schenkte der kinderlose Kojata IV. von Hrabischitz einen Teil von Kopist den Kreuzherren mit dem doppelten roten Kreuz des Klosters Zderaz. Ein weiterer Teil blieb vermutlich in der Hand des Adels, belegt durch die Verwendung des Präfix durch Chotebor von Kopist 1238 und Detrich von Kopist 1264. Auch in den darauffolgenden Jahrhunderten blieb Kopist zweigeteilt.

Das Eigentum des Klosters wurde im 14. Jahrhundert an die Kerung von Lom (Kerunkové z Lomu) verkauft, die es vermutlich an das Kloster Chemnitz weiterverkauften (1344–1366). Nach 1366 wechselten die Eigentümer in rascher Folge, meist waren es Junker oder Angehörige des Kleinadels. 1405 ließ Wenzel von Mrzlitz die hiesige Veste erbauen. Diese wurde durch Hussiten zerstört und 1510 wieder aufgebaut. Weitere Eigentümer des Ortes waren die Herren von Hochhaus (1439–1510), Smolik von Slawitz (1510–1533), Sekerka von Sedschitz. Seit 1543 gehörte ein Teil der Stadt Brüx, der andere Johann von Weitmühl, Herr auf der Brüxer Landeswarte. Nachdem die Stadt 1595 auch die Brüxer Burg mit den zugehörigen Gütern erworben hatte, führte sie ihre Güter in einer Domäne mit Sitz in Kopitz zusammen. 1620 lebten im Ort 14 Landwirte, 32 Häusler, 1 Gärtner und 15 Landlose. 1651 waren es 106 Personen. Im Jahre 1726 kaufte die Stadt Brüx noch das Gut Jahnsdorf und 1736 das Gut Kummerpursch auf und vereinigte beide mit Kopitz.[2]

Im Jahre 1844 umfasste die Herrschaft Kopitz eine Nutzfläche von insgesamt 13.175 Joch 32 Quadratklafter, davon entfielen 13.154 Joch 1492 Quadratklafter die Güter Kopitz und Jahnsdorf sowie 20 Joch 140 Quadratklafter auf den Kummerburscher Hof. Auf dem Gebiet lebten 3581 deutschsprachige Personen, darunter zwei protestantische und eine jüdische Familie. Haupterwerbsquellen bildeten Landwirtschaft und Viehzucht. Die Obrigkeit bewirtschaftete die zehn Meierhöfe Kopitz, Stoppelhof, Marowes, Sabnitz, Rösselhof, Tschöppern, Kummerbursch, Triebschitz, Haberhof und Jahnsdorf sowie vier Schäfereien in Tschöppern, Tschausch, Kummerbursch und Sabnitz. Zur Herrschaft gehörten die Dörfer Kopitz, Plan (Pláň), Tschausch, Triebschitz (Třebušice), Kummerbursch bzw. Kummerpursch, Rosenthal, Hawran, Sabnitz (Saběnice), Marowes (Moravěves), Tschöppern, Würschen (Vršany), Skyritz (Skyřice), Welbuditz (Velebudice), Jahnsdorf, Kreuzweg, Launitz, Böhmisch-Einsiedel sowie 16 Häuser von Hammer und die 15 Häuser der Brüxer Göhrn.[3] Gemeinschaftlich mit der Herrschaft Kopitz unterstand auch das Gut Seydowitz (Židovice) der Gerichtsbarkeit und politischen Verwaltung durch den Brüxer Magistrat, es wurde jedoch in der Landtafel und im Steuerkataster separat geführt. Das Dorf Kopitz bestand aus 74 Häusern mit 387 Einwohnern. Im Ort gab es die Filialkirche Fronleichnam Christi, eine Filialschule, einen obrigkeitlichen Meierhof, ein dominikales Bräuhaus, ein dominikales Branntweinhaus, ein Wirtshaus sowie zwei emphytheutische Mühlen, von denen eine dem Brüxer Spital zum hl. Geist zinsbar war. Pfarrort war Tschausch.[4] Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bildete Kopitz das Amtsdorf der Herrschaft Kopitz.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Kopitz ab 1850 mit den Ortsteilen Rosenthal, Paredl und Plan eine Gemeinde im Saatzer Kreis und Gerichtsbezirk Brüx. Ab 1868 gehörte das Dorf zum Bezirk Brüx. 1876 wurde der Verkehr auf der Bahnstrecke Brüx–Ossegg aufgenommen.
Die Aufnahme der Braunkohlentiefbaugruben Julius II (1878), Julius III (1882), Julius IV (1891) und Habsburg später Minerva (1890), führten zu einem explosionsartigen Bevölkerungsanstieg. Am 5. August 1901 nahm die Brüxer Strassenbahn- und Elektrizitäts-Gesellschaft AG den Verkehr auf der Elektrischen Überlandstraßenbahn Brüx – Johnsdorf auf. 1911 wurde Kopitz zur Stadt erhoben.

Im Jahre 1930 lebten in Kopitz mit seinen Ortsteilen 8357 Personen, davon waren 5932 Tschechen. Die Stadt selbst hatte 5455 Einwohner. In Folge des Münchner Abkommens wurde Kopitz 1938 dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Brüx. Im Jahre 1939 hatte Kopitz einschließlich der Ortsteile 6752 Einwohner.[5] Am 1. April 1941 wurde Kopitz in die Kreisstadt Brüx eingemeindet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Kopisty zur Tschechoslowakei zurück und die deutschböhmische Bevölkerung wurde vertrieben und ihr Vermögen durch das Beneš-Dekret 108 konfisziert.

Im Jahre 1949 wurde der Ortsteil Růžodol einschließlich der Siedlung Důl Julius III nach Litvínov umgemeindet. Wegen des fortschreitenden Braunkohlentagebaubetriebs wurde Kopisty 1979 devastiert.

Die gotische Kirche des Corpus Christi (1352) mit der Skulptur der Madonna (1380) ging verloren. Die Statue des Hl. Florian (1739) von Johann Adam Dietz wurde nach Wteln verlegt.

  1. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/669334/Kopisty
  2. Johann Gottfried Sommer Das Königreich Böhmen, Bd. 14 Saatzer Kreis, 1846, S. 109
  3. Johann Gottfried Sommer Das Königreich Böhmen, Bd. 14 Saatzer Kreis, 1846, S. 109-114
  4. Johann Gottfried Sommer Das Königreich Böhmen, Bd. 14 Saatzer Kreis, 1846, S. 112
  5. Michael Rademacher: Landkreis Brüx (tschech. Most). Online-Material zur Dissertation. In: treemagic.org. 2006;.